Magenprobleme beim Pferd

Tja, die Zeit verfliegt gerade nur so und dabei solle es im Herbst doch eigentlich ruhiger werden ☹

Mein Plan alle 1-2 Wochen einen Blogbeitrag zu schreiben scheiterte in den letzten Wochen kläglich. Aber heute ist es wieder so weit und es gibt News von den Pferdemenschen.

Nachdem ich euch im letzten Beitrag ausführlich über die Geschichte von Talli berichtet habe, möchte ich heute das Thema Magengeschwüre beim Pferd für euch aufgreifen.

Noch vor ca. 10 Jahren war diese Erkrankung bei den Pferden kaum ein Thema und niemand hat sich ernsthaft damit beschäftigt.

Ich selber bin nur durch einen Hinweis meines damaligen Stallbetreibers auf die Idee gekommen und konnte meinen Tierarzt damit einen entscheidenden Hinweis geben. Auch in der tierärztlichen Praxis schenkte man den Magengeschwüren bei den Pferden damals wenig Beachtung.

Studien zeigen, dass ca. 50% aller Fohlen, ca. 60% aller Sport- und Freizeitpferde und ca. 90% aller Rennpferde, an Magengeschwüren leiden. Die Krankheit ist also beim Pferd, genau wie beim Menschen, zur Volkskrankheit geworden. Dabei trifft sie erschreckenderweise nicht nur die ständig unter Strom stehenden Sport- und Turnierpferde, sondern zum Großteil unsere ‚normalen‘ Reit- und Freizeitpferde.

Wie definiert man Magenprobleme beim Pferd

Magenprobleme sind Erkrankungen des Magens die in verschiedene Stadien eingeteilt werden können. Sie beginnen mit deiner Magenschleimhautreizung, die zu einem Magengeschwür werden kann. Jeder der selbst schon mal Sodbrennen hatte weiß, wie unangenehm und schmerzhaft eine Magenschleimhautentzündung sein kann. Sie ist das Anfangsstadium aller Magenprobleme und kann in der Regel beim Pferd kaum diagnostiziert werden, da sie meist subakut beginnt Das heißt, dass die Tiere häufig keine Symptome zeigen.

Unbehandelt führt die Magenschleimhautentzündung dann zum Magengeschwür. Es entstehen deutlich sichtbare Veränderungen der Magenschleimhaut. Im Schlimmsten Fall kommt es zum Magendurchbruch, der in der Regel tödlich endet.

Warum hat ein Pferd Magenprobleme

Es gibt zwei Hauptursachen, die bei unseren Pferden gehäuft auftreten und das sind Stress und eine falsche Fütterung.

Stress kann bei Pferden durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Die Wichtigsten sind, eine nicht artgerechte Haltung, eine unpassend zusammengesetzte Herde, Probleme mit dem Reiter oder unpassender Ausrüstung. 

Bei der Fütterung sind die wichtigsten Faktoren zu viel Kraftfutter, zu wenig oder schlechtes Raufutter oder zu lange Fütterungspausen.

Aber auch Schmerzmittel haben einen Einfluss auf die Magengesundheit, da sie durch die Hemmung von bestimmten Stoffen dazu führen, dass der Magen schlecht durchblutet wird. Deshalb werden bei der Gabe von schulmedizinischen Schmerzmitteln häufig Magenschutzmittel verordnet, insbesondere dann, wenn es sich um eine langfristige Schmerztherapie handelt.

Entstehung von Magengeschwüren

Im Magen befindet sich 100%ige Salzsäure. Eine Schleimschicht schützt die Magenwand vor dieser ätzenden Substanz. Der Magenschleim wird von Drüsen gebildet, die sich in der Magenwand befinden. Insgesamt laufen bei der Produktion des Magenschleimes und der basischen Versorgung zahlreiche biochemische Prozesse ab.

Beim Pferd ist nur ca. die Hälfte des Magens mit diesen Drüsen besetzt, so dass der Magen schon aufgrund seiner natürlichen Bauweise einen Hang zu Magenproblemen hat.

Kommt das Tier nun in eine Stresssituation, führt dies zur Ausschüttung von Adrenalin, was wiederum zu einer Erhöhung des Blutdruckes führt. Dies hat zur Folge, dass der Magen zugunsten einer guten und schnellen Muskeltätigkeit, weniger durchblutet wird. Durch die Mangeldurchblutung kommt es zu einer verringerten Schleimbildung und die Salzsäure kann Schäden in der Magenwand verursachen, es kommt zur Magenschleimhautentzündung.

Wie merke ich, dass mein Pferd Magenprobleme hat

Die Symptome sind sehr unterschiedlich und oftmals nur schwer zu deuten. Sie begingen bei Abgeschlagenheit und Schlappheit. Manche berichten über häufiges Flehmen, Aufstoßen, Mundgeruch, Schweifschlagen beim Fressen. Aber auch häufiges und viel trinken, Leerkauen oder Gähnen wird immer wieder beobachtet. Viele Pferde mögen den Sattel nicht, weil dieser zusätzlich Druck auf den Bauch ausübt.

Alles in Allem sind die Symptome nur schwer zu deuten und ein Magengeschwür daher nicht immer augenscheinlich.

Die Diagnose erfolgt mittels Gastroskopie. Dazu wird eine Sonde über die Speiseröhre in den Magen geschoben und der Magen betrachtet. Bei der Überlegung, sein Pferd mittels Gastroskops untersuchen zu lassen, sollte man immer bedenken, dass es auch hierfür wieder Stress ausgesetzt sein wird. Die Fahrt in die Tierklinik, eine bestimmte Dauer ohne Futter (für die Untersuchung muss der Magen leer sein), ein nötiges Sedieren – all dies sorgt für zusätzliche Anspannung und Adrenalinausschüttung.

Und dann bedeutet ein positiver Befund noch lange nicht, dass die Magendiagnose dem Pferd auch wirklich Probleme macht. Viel Pferde (und sicher auch Menschen) leben mit Magenproblemen ohne, dass sie dadurch eingeschränkt sind, Schmerzen oder eine Symptomatik haben.

Wie kann ich Magenprobleme behandeln

Oberster Priorität hat die Reduktion von Stress oder das Ausschalten des Faktors, der den Stress verursacht. Dazu muss zunächst mal herausgefunden werden, was das tatsächliche Problem ist. Dies ist oft leichter gesagt als getan und man braucht manchmal etwas Zeit und Fingerspitzengefühl. Gerade wenn das Pferd in einem großen Stall steht, man es nicht jeden Tag sieht oder mehrere Personen dafür verantwortlich sind kann dies tatsächlich zu einer Herausforderung werden.

Schulmedizinisch:

Wird nach drei Säulen behandelt.

Zunächst wird überschüssige Magensäure gebunden. Die Medikamente sind als Magensäurehemmer freiverkäuflich in Apotheken zu erwerben. Sie enthalten jedoch allesamt Aluminium, so dass sie bei einer Langzeitanwendung zu einer tödlichen Aluminium Vergiftung führen können. Aluminium ist auch ein Metall, welches im Gehirn zu Ablagerungen führen kann. Solchen Ablagerungen wird die Entstehung der Alzheimer Krankheit zugeschrieben, die es auch bei unseren Tieren gibt.

Eine weitere Maßnahme der Schulmedizin besteht in der Hemmung der Magensäureproduktion. Für die Produktion der Magensäure sind sogenannte Protonenpumpen verantwortlich, die man mittels Medikamenten hemmen kann. Das Problem daran ist, dass es auch in anderen Bereichen unseres Körpers solche Protonenpumpen gibt, beispielsweise im Gehirn. Diese werden durch das Medikament ebenfalls gehemmt. Über einen Zeitraum von ca. 6 Monaten dauerhaft eingenommen können die Medikamente zu einer Schädigung der Großhirnrinde führen. Ein weiteres Problem ist, dass der Magen sich innerhalb weniger Monate an das Medikament gewöhnt und man die Dosierung immer weiter erhöhen muss.

Die Dritte Säule besteht in der Hemmung der Histamin Rezeptoren. Hier können spezifisch die Rezeptoren im Magen gehemmt werden, was die Medikamente in der Regel gut verträglich macht.

Beim Pferd gibt es nur ein zugelassenes Medikament zur Hemmung der Protonenpumpen, welches unter dem Namen ‚Gastrogard‘ in der tierärztlichen Klinik verordnet wird. Man darf hier die Kosten nicht unterschätzen. Für Behandlung die ca. 8 Wochen dauert, muss man mit ca. 1.000 Euro für das Medikament rechnen. Tierarztkosten und Untersuchungen kommen oben drauf.  

Naturheilkundlich:

Alternativmedizinisch verwendet man die Süßholzwurzel. Deren Inhaltsstoffe decken alle drei Wirkspektren der schulmedizinischen Behandlung ab:

  • Antihistaminöse Wirkung
  • Hemmen die Säureproduktion
  • Binden überschüssige Säure ab

Diese darf man jedoch immer nur als Kur geben, da die Süßholzwurzel stark in den Cortison- und Kaliumhaushalt eingreift.

Die gleiche Wirkung wie die Süßholzwurzel hat Kaolin (weiße Tonerde).

Um die Tiere dauerhaft zu unterstützen und für die Phasen zwischen den Kuren haben ich sehr gute Erfahrungen mit Aloe Vera Tabs und einem B-Vitamin Komplex gemacht. Ich verwende hier die verlinkten Produkte, da sie meiner Meinung nach die Beste Zusammenstellung und eine hohe Bioverfügbarkeit haben.

Die Wichtigste Säule der Behandlung von Magenproblemen ist und bleibt die Reduktion von Stress. Doch selbst dabei ist es erforderlich, Änderungen langsam und schonend anzugehen und keine schnellen Aktionen zu machen. Jede Umstellung oder Änderung bedeutet wieder Stress für das Pferd.

Analysiert die Situation, überlegt was ihr tun wollt und dann setzt es langsam um. Manche Dinge lassen sich sicherlich sofort ändern wie beispielsweise ein schlecht passender Sattel, Belastung durch Sport oder Reiter usw. Doch gerade, wenn es um Umstellungen in der Herde, einen Stallwechsel oder die Futterumstellung geht, lasst euch Zeit und schaut euch alles in Ruhe an.

Ihr möchtet mehr zu dem Thema erfahren, braucht Tipps für euer Pferd oder wollt eine entsprechende Beratung oder einen Behandlungsplan??

Meldet euch gerne per whatsapp oder Mail bei mir.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.