Gewalt gegen Pferde – ein absolutes no go

Wie schon vor eingen Wochen angekündigt, kriege ich bei diesem Thema regelmäßig einen Vogel. Wenn ich lese, dass Pferde zu Leistungen gezwungen werden, die sie nicht erfüllen können, frage ich mich, was eigentlich in den Menschen vor geht. Gewalt gegen Pferde ist niemals die Lösung bestehende Probleme zu lösen.

Und das Thema betrifft nicht nur die Turnierreiter. Es fängt schon beim Pferdekauf an. Wenn ich mir ein Pferd kaufe, muss ich mir vorher Gedanken darum was es leisten soll. Wenn es meinen Ansprüchen dann am Ende nicht genügt, muss ich meine Anforderungen ändern oder eben ein anderes Pferd kaufen. Gewalt, um das Tier zu den Leistungen zu treiben die es erbringen soll, ist niemals eine Lösung.

Pferde sind Herdentiere, sie sind stumme Leider und wollen den Menschen alles recht machen. Ein Pferd ist kein Fahrrad, das ich in die Ecke schmeißen kann wenn ich mich ärgere. Als Pferdebesitzer bin ich meinem Tier gegenüber verpflichtet fair und neutral zu sein. Dies erfordert ein hohes Maß an Selbstdisziplin.

Wenn ich von einem Fisch erwarte, dass er auf einen Baum steigt, wird er das nicht schaffen und ich werde ihn als Versager ansehen. Wenn ich ihn aber ins Wasser werfe, werde ich mich wundern, wie geschickt er sich darin bewegen kann. Genauso ist es mit unseren Pferden. Nicht jedes Tier ist dafür gemacht im Dressurviereck zu laufen oder über große Hindernisse zu springen. Warum sollen wir es dazu zwingen. Es gibt genügend andere Pferde die dies können und auch gerne und fleißig tun.

Pferde sind Partner und genauso sollten wir sie auch behandeln. Oh nein, ich bin garantiert niemand, der sein Pferd als Haustier verhätschelt und ihm rosa Schleifchen in die Mähne flechtet. Pferde sind uns Menschen körperlich überlegen und wir tun gut daran, dafür zu sorgen, dass sie uns nicht auf der Nase herumtanzen. Dies erreicht man mit Konsequenz und Kompetenz aber niemals mit Gewalt gegen Pferde.

Meine Pferde und meine Pläne – Gewalt gegen Pferde war nie die Lösung

Mein erstes Pferd, das ich ausgebildet habe, hätte ein Springpferd werden sollen. Leider hatte er zu viel Blut und wurde im Parcours regelmäßig unkontrolliert und zu schnell. Jetzt hätte ich ein schärferes Gebiss wählen können oder ihn mal mit harter Hand anpacken, dann hätte man ihn schon in die Spur bekommen. Nein, ich habe das getan, was er wirklich konnte und bin aufs Dressurreiten umgestiegen. Im Viereck hatte er seinen Spaß und auf dem Turnier noch viel mehr. Selten, dass er irgendwo nicht plaziert gewesen wäre.

Als es dann Zeit für ein eigenes Pferd war, wollte ich ein Dressurpferd – ich hatte mich ja jetzt ans Dressurreiten schon gewöhnt. Daher habe ich mir eines gekauft, das auch von der Abstammung und den Gängen her die entsprechende Veranlagung hatte. Was ist passiert – er lief super aber im Viereck hat er nur geglotzt und sich auf alles andere konzentriert nur nicht auf die Dressuraufgabe. Also was hab ich getan, das was er konnte – ich bin aufs Springen umgestiegen. M-Oxer waren für ihn kein Problem und daran hatte er seinen Spaß.

Ich hätte beide Pferde auf biegen und brechen auf meine Ansprüche hinreiten können. Doch ich bevorzuge es ein motiviertes und mitarbeitendes Pferd zu reiten und dies gelingt nur dann, wenn man es nicht zu Aufgaben zwingt, die es nicht bewältigen will oder kann.

Also bitte überlegt immer ob es euch wert ist wegen einer Aufgabe das gute Verhältnis zu eurem Pferd aufs Spiel zu setzen. Meine Oma hat immer gesagt ‘quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt wie du den Schmerz’. Wahre Worte an die ich mich heute noch halte. Und wenn ich Pferde mit Gewalt zu Leistungen bringen will, die es nicht bringen kann oder will, dann tue ich das zum Scherz oder zumindest nicht aus einer Not heraus.

In diesem Sinne – genießte eure Pferde, behaltet das gute Verhältnis und nutzt die Fähigkeiten eures Pferdes.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.