Fliegenschutz im Sommer

Ein Thema das uns Reiter und Pferdebesitzer Jahr für Jahr aufs Neue beschäftigt ist der Fliegenschutz im Sommer. Gerade dann wenn man entspannt bei angenehmen Temperaturen seinen Runden auf dem Pferd drehen kann, kommen die Qualgeister. Bremsen, Fliegen, Schnacken und die lästigen Kriebelmücken sind ein Laster für unsere Pferde und nicht selten reagieren sie darauf mit Allergien, Panik, tränenden Augen und im schlimmsten Fall mit Sommerekzem.

Vorbeugen ist auch hier besser als heilen. Doch was hilft und was nicht. Wenn man sich auf dem Markt der Fliegenschutzmittel mal etwas genauer umschaut, findet man alle möglichen Mittelchen. Vom Spray über Gels hin zum Halsband gibt es tausende Artikel. Chemische oder natürliche Zusammensetzungen, Rezepte zum Selbermischen und vieles mehr hat das Netz zu bieten. Der Preis variiert ebenso stark wie die tatsächliche Wirkung und mancher Pferdebesitzer weiß gar nicht wo er anfangen soll.

Neben den Abwehrmitteln gibt es Decken, Fliegenbänder, Fliegenhauben und Produkte speziell für Ekzemer. Viele Pferdebesitzer wissen gar nicht wo sie anfangen und wo sie aufhören sollen, Produkte für ihr Pferd zu kaufen.

Fliegenschutz im Sommer an den Bedarf anpassen

Nicht jedes Pferd reagiert auf das lästige Ungeziefer gleich stark. Manche Pferde lassen sich recht wenig beeindrucken, andere werden so panisch, dass sie sich auch von Zäunen nicht mehr aufhalten lassen. Die erste Frage ist also, wie dein Pferd auf Fliegen, Bremsen und Co reagiert. Bei einem entspannten Pferd braucht es sicherlich weniger Schutz als bei einem, welches in Panik ausbricht. Für letztere empfehlen sich in jedem Fall Decken und Hauben, um die lästigen Viecher fern zu halten. Es gilt aber zu bedenken, dass auch eine leichte Fliegendecke die Atmung der Haut beeinträchtigen kann und sich die Hitze darunter staut. Gerade bei hochsommerlichen Temperaturen sollte man also gut überlegen, ob man sein Pferd wirklich mit einer Fliegendecke ausstatten muss.

Ein weiteres Kriterium ist natürlich auch die Frage, wie stark die Pferde überhaupt belastet sind. Bei uns habe ich in dem Jahr den Eindruck, dass es sehr wenige Fliegen dafür aber umso mehr Schnacken gibt. Fliegen setzen sich eher an die Augen und sorgen dort für Probleme, Schnacken finden sich eher auf dem Bauch oder dem Körper. Daher wird eine Fliegenhaube gegen Schnacken wenig sinnvoll sein, dagegen braucht es eher einen Schutz durch Spray oder Gel. Und dazu habe ich eine ganz wichtige Botschaft für euch.

Sprays, Gels, Spot on und Co

Im vergangenen Jahr wurde mir tatsächlich vom Tierarzt ein Spot on Präparat, welches eigentlich für den Hund bestimmt war, angeboten. Was ich davon halte, sage ich jetzt lieber mal nicht in klaren Worten. Spot on Präparate (und das gilt jetzt auch für den Hund) erhalten hochtoxische Wirkstoffe, die ich dann auf den Nacken des Pferde aufbringen soll. Diese bleiben niemals auf dem Fell sondern dringen immer in den Körper ein. Nicht wenige Tier habe massive Nebenwirkungen und Nervenschädigungen durch diese Präparate erlitten. Doch dem nicht genug. Durch das Streicheln gelangen die Wirkstoffe auch auf eure Haut und damit in euren Körper. Mein dringender Tipp – Finger weg von diesen hochgiftigen Mitteln und lieber natürliche Wirkstoffe verwenden.


Viele Pferdebesitzer mischen ihre Sprays selber, einige haben damit hervorragende Erfahrungen gemacht. Eine Freundin von mir hat vor Jahren mal eine Spray gemischt und ihren Haflinger schön dick damit eingesprüht, ist ja alles natürlich. Das Ergebnis war, dass Bremsen dieses Spray geliebt haben und das Pferd praktisch verfolgt haben. Geholfen hat nur noch der Gartenschlauch.
Ich selber bin ehrlich gesagt viel zu bequem, um mir die Mühe zu machen die Inhaltsstoffe zu kaufen und dann ein Präparat zu mischen. Ich stehe viel mehr auf natürliche Sprays, die ich im Handel kaufen kann.

Wenn ihr im Handel ein Spray kauft, achtet auf natürliche Wirkstoffe. Eine weitere Möglichkeit die die Gabe von MSM. Pferde, die täglich MSM zu fressen bekommen, werden durch Mücken und Insekten häufig sehr viel weniger geplagt als andere. MSM ist ein natürlicher Schwefel, der nebenbei auch noch positive Eigenschaften auf die Gelenke hat. In welcher Dosis ihr es füttern müsst, ist von Pferd zu Pferd sehr individuell. Auch ein Gel aus ätherische Ölen kann gute Dienste leisten.

Was für euer Pferd das Beste ist müsst ihr ausprobieren und testen. Jedes Pferd reagiert anders, da sich Fliegen und Co auch am Körpergeruch und der Wärme orientieren.

Mein dringender Rat – bleibt in jedem Fall bei natürlichen Produkten, Chemie schadet häufig mehr als sie nutzt.


Wer eine Decke für sein Pferd kauft sollte darauf achten, dass sie leicht und gut luftdurchlässig ist. Gerade bei Temperaturen jenseits der 25 Grad kann es sonst zu Hitzestau und Kreislaufproblemen kommen. Wer sein Pferd auf der Koppel oder dem Auslauf eindecken muss, sollte die Decke regelmäßig mindestens stundenweise entfernen, um die Haut atmen zu lassen.

Decken, Hauben und Co

Zum Reiten sind Fliegendecken sehr häufig eine gute Wahl. Gerade wenn die Pferde schwitzen oder ihr in Gegenden mit hohem Insektenaufkommen unterwegs seid, schützen sie besser als Spays und Gels, die häufig nur eine sehr begrenzte Wirkungsdauer haben. Auch bei Ausreitfliegendecken solltet ihr auf gute Qualität und gute Luftzirkulation achten. Passt euer Training den Außentemperaturen an, Reiten bei Hochsommerlichen Temperaturen kann großen Spaß machen muss aber immer eben auch pferdegerecht sein.

Fliegenschutz im Sommer ist jedes Jahr von neuem eine Herausforderung. Die Tierheilpraktikerin Ursula Hahn-Jansen erprobt gerade ein selbst zusammengestelltes Spray, welches Sie im kommenden Jahr auf den Markt bringen möchte. Gegebenenfalls werden wir hier ein Einführungsangebot anbieten können. Seid schon mal gespannt 🙂

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